Die Peter Schleicher Band zu sehen, war mir als Stones-Fan schon lange ein Bedürfnis. Er fiel mir zum ersten Mal 1979 auf, als sein Album „Hart auf Hart“ erschien. Auf dem Album sind ausschließlich Songs von den Rolling Stones, die Peter S. ins Wienerische transportierte. Ich fand das Album so gut, dass ich es mir sofort kaufte. Peter Schleicher versuchte nicht die Originaltexte eins zu eins zu übersetzen, sondern machte aus „Jumpin´ Jack Flash“ „Den letzten Fetzentandler von Wien“, oder aus „Honky Tonk Woman“ „Die Beislhur“.“
Als Vorgruppe spielten „feZZntandler“ ebenfalls Coverversionen, die sie ins Wienerische übertrugen. Sehr gut gefiel mir „Keep on Runnin´“ von der Spencer Davis Group. feZZntaler waren eine äußerst positive Überraschung, die ich zum ersten Mal sah/hörte.
Nach einer kurzen Umbauphase in der Szene – das nicht gerade zu meinen Lieblings-Konzert-Locations zählt – kam die Peter Schleicher Band auf die Bühne. Ein schon etwas gealterter Peter Schleicher – Jahrgang 1945 – und eine junge Band hinter und neben ihm spielten ein großartiges Konzert. Sie machten den Rolling Stones alle Ehre und nicht umsonst gaben die Stones ihr OK für die Covers. Charly Watts soll laut Schleicher gefragt haben: "What the hell means Beisl Hur?"
Ein grandioses Lady Jane, gewidmet allen verstorbenen Musikerkollegen, ein geniale letzte Zugabe vom „Cocksucker Blues“ – „I bin a Woama“ und mein Lieblingssong von Peter „Der Tod, der Weisse“ – „Gimme Shelter“. Oder ein bis dato von mir noch nie gehörtes "Brown Sugar" als "Promille".
Total überrascht war ich von den Musikern, allen voran die beiden Gitarristen. Aber auch die beiden Background-Sängerinnen waren nicht nur optischer Aufputz. Sollte sich Peter Schleicher wieder irgendwo auf eine Bühne verirren, werde ich dabei sein. Alles in allem ein sehr gelungener Konzertabend, mit vielleicht hundert Zusehern.
Sonntag, 12. Februar 2012
Montag, 6. Februar 2012
2012 02 05 Wishbone Ash

Kaum mehr als 50 Menschen kamen am 5. Februar 2012 zu Wishbone Ash in den Reigen zu Wien. Aber der Reihe nach! Es war bitterkalt, als ich mich von zu Hause in Richtung U4 machte. Geschätzte minus 15 Grad werden es schon gewesen sein. Der Konzertbeginn war mit 20.30 Uhr angesetzt. Ich war etwa 15 Minuten vor Beginn im Reigen und staunte nicht schlecht, als ich die Konzertbesucher fast zählen konnte. Vielleicht 20 oder 25 Leute harrten der Musik, die da angekündigt war.
Pünktlich um 20.30 Uhr kämpften sich vier junge Musiker durch die begeisterte Menge. Diese unbekannten Menschen boten allerdings Musik vom Feinsten. Blues in Reinkultur. Name der Gruppe: Fabian Anderhub. Herkunftsland: Schweiz. Sie wurden immer besser und es machte ihnen auch nichts aus, vor fast leerem Saal zu spielen. Das Ganze hatte etwas von einer Wohnzimmeratmosphäre.
Nach einer kleinen Umbaupause kamen dann Wishbone Ash auf die Bühne. Nicht zu verwechseln mit Martin Turner´s Wishbone Ash. Im Reigen spielten Wishbone Ash mit Gründungsmitglied Andy Powell, (Gitarre, Gesang), Muddy Manninen (Gitarre, Gesang), Bob Skeat (Bass, Gesang) und Joe Crabtree (Drums). Sie begannen mit „The King Will Come“ und endeten mit einem grandiosen „Phoenix“, bevor noch zwei Zugaben folgten.
Alles in allem war es ein kleines, aber feines Konzert. Da ich mein erstes Wishbone Ash Album schon 1972 kaufte, Ash jedoch noch nie auf der Bühne sah, war es mir ein Bedürfnis diesen geschmeidigen Gitarrensound endlich einmal live zu erleben. Und ich war trotz sibirischer Kälte froh, in den Reigen gepilgert zu sein.
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