
Der Reigen zu Wien war fast voll und Popa enttäuschte niemanden. Mein Bruder, der auch zugegen war, sah Chubby noch nie. Ich konnte bei jedem einzelnen Song ein Lächeln in seinem Gesicht ausmachen. Auch ich bekam den Glücksgrinser nicht mehr aus meinen Mundwinkeln, über zwei Stunden verzauberte Chubby mit seinem Gitarrenspiel ganz Penzing. Obwohl vier Gitarren spielbereit auf der Bühne standen, spielte Popa auf einer abgegriffenen Fender Relic Strat, die bei Rory Gallagher meist zum Einsatz kam. Ich habe in meinem Leben unzählige Konzerte gesehen und bin nicht so leicht zu beeindrucken, aber das eben schafft es locker in meine Top Ten. Popa spielte in der altbewährten Cream-Supergroup-Aufstellung: Gitarre, Bass & Drums. Und das genügte.

Sein dritter Song war „Hey Joe“, seine Zugabe „Hallelujah“, von Leonard Cohen, der in einem Interview einmal meinte, sollte ihn noch irgendjemand fragen, ob er diesen Song covern dürfe, gibt es ein striktes NO. Aber Chubby und Hallelujah war wie Salz und Pfeffer, wie Donner und Sonne oder wie sämtliche Gegensätzlichkeit, die ich kenne und letztendlich zusammengehören, wie das oft bemühte Faust aufs Auge.
Popa Chubby ist eine Naturgewalt, die man gesehen, bzw. gehört haben muss. Er sitzt ob seines Gewichtes die meiste Zeit des Konzertes auf einem Stuhl, aber manchmal steht er mit einer Leichtfüßigkeit, die man ihm nicht zutraut, auf. Etwa bei „Hey Joe“, wo er die ersten Textzeilen, ohne Mikro mit dem Publikum singt. Ganz einfach darum, weil sein Gesangmikro vor seinem Sessel angebracht ist. Anyway! Chubby stellt so manchmal die Technik auf den Kopf, ohne auch nur eine Sekunde peinlich zu wirken.
Popa Chubby, ich danke Dir für diesen grandiosen Abend. Beim nächsten Mal, wenn Du wieder in Wien spielst, werde ich Dich zum vierten Mal sehen!
